Montag, 21. März 2011

Freizeit aufpeppen - leicht gemacht (Teil 2)

Die Ursachen

Dass es sich so schlecht aushalten lässt, nicht zu wissen, was noch geschehen soll, kommt von der Angst, nichts zu erleben und so einem langweiligen Abend zu erliegen. Denn erschreckend viele Menschen möchten immer beschäftigt werden, sind aber selbst unfähig, sich oder andere zu beschäftigen. Nicht umsonst ist die Freizeitbranche eine der größten unserer Zeit.
Außerdem ist Nichtstun ein gesellschaftliches Tabu. Wer nichts tut, gilt als Drückeberger oder Langweiler. Ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass Du, lieber Leser, jetzt begeistert die Hände in die Luft reißt und jauchzend rufst:

“Ja, ja, ich möchte ein Langweiler sein! Ich, ich - hier! Ich will!”

Ich möchte mich an dieser Stelle bei denjenigen bedanken, die es doch taten. Ihr habt mich zum Lachen gebracht.
Doch nun zurück zum Wesentlichen. Die Mehrheit ist unfähig, sich hinzusetzen, nichts zu tun und dabei trotzdem Spaß zu empfinden. Jedenfalls glauben die meisten Menschen nicht daran, dass so etwas möglich ist.

Die Angst ist das eine Problem. Das andere Problem ergibt sich aus den Erwartungen. Wer eine Frage stellt, muss sie in der Regel nicht beantworten. Der Fragesteller gibt die Verantwortung an den Abend(nicht)planer ab, der somit unter Druck gerät. In kürzester Zeit muss er ein Konzept präsentieren, das Spaß, Spannung, Ablenkung und wahrscheinlich auch Alkohol enthält. Auch sollte es eine neue oder seltene Komponente enthalten, denn wer erlebt schon jedes Wochenende gerne das Gleiche!?
Hat der Abend(nicht)planer schließlich eine Idee, besteht immer die Gefahr der Ablehnung. Der Fragesteller (und die anderen Anwesenden) bewerten die Idee und wenn sie nicht den Erwartungen entspricht, wird sie abgelehnt. Bong: Stempel drauf und zurück zum Absender! Der muss nun eine neue Idee generieren und darf dann sein Glück erneut bei der Jury versuchen. Doch mit jeder Ablehnung sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Idee noch Begeisterung hervorruft. Der Zwang, etwas Spannendes finden zu MÜSSEN, erhält Einzug.

Wer dieses Spiel mitspielt, läuft Gefahr, am Ende das zu tun, was immer schon getan wurde, wodurch die Freizeit selbst alltäglich wird. Eine schon bekannte Aktivität, die auf der Spaßskala immerhin noch eine 5 erreicht, wird meist der stundenlangen Suche nach der aufregenden Kristallaktivität vorgezogen.

Der aufmerksame Leser hat es sicher schon mitbekommen: hier lässt sich eine Brücke zu der Dagegen-Dafür-Problematik schlagen.

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