“WEIGER DICH NICHT LÄNGER UND MELD DICH ENDLICH AN! es lohnt sich, das Getratsche ist sehr unterhaltsam und ein schöner Zeitvertreib für Hartzer :)”
Diese kleine Nachricht erreichte uns per E-Mail und forderte uns dazu auf, Facebook beizutreten. Doch eigentlich ist sie nur das Kondensat des allgemeinen gesellschaftlichen Drucks, sich mit anderen zu vernetzen. Zu verflechten. Gefühlt ist heutzutage ja schon jeder 0,5te bei Facebook angemeldet und teilt mit Mark seine Vorlieben für Wasserpumpen, Plüschkirchen oder Aluminium. Vieles wird einfach so preisgegeben. Sei es um anderen mitzuteilen, dass man schon mal Pfannkuchen gegessen hat, oder um sich die neusten Pfann-/Eierkuchenlokale am aktuellen Standort anzeigen zu lassen. Unserer Meinung nach ist das ein gefährlicher Trend. Denn die Facebook-Maschine funktioniert nur, wenn man sie brav mit Privatleben füttert. Und sie hat Hunger. Somit wird jeder, der in ihren Sog gerät, dazu ermutigt, sein Innerstes zu enthüllen. Das Ziel der Facebook-Maschine ist leicht zu durchschauen. Sie will ein Lexikon über die gesamte Menschheit schreiben. Möchte Mark z.B. etwas über Ang Wu Hung aus dem dritten Pekinger Bezirk erfahren, schlägt er einfach auf Seite 26 359 877 nach und erfährt, dass Ang Wu in seiner Freizeit gerne Mangabildchen aus Reiskörnern legt. Wenn Mark Glück hat, kann er sogar eine Telefonnummer finden. Er ruft an, sie werden Freunde und endlich ist Mark mit seiner Leidenschaft nicht mehr alleine.
Eigentlich wollten wir nicht zu Unterpunkten im Menschenlexikon verkommen. Je größer der Druck von außen wurde, desto größer unser Widerstand. Wehement wehrten wir uns gegen jeden Versuch, die Anmeldung zu vollziehen, uns in den Rachen der Bestie zu werfen.
Bei Diskussionen waren wir diejenigen, die lauthals verkündeten, sich “NIEMALS bei Facebook anzumelden. Selbst dann nicht, wenn unser Leben davon abhinge!”. Wir waren stolz auf unser Exilatendasein. Wir waren etwas Besonderes. Im Bewusstsein, als Einzige noch Privatsphäre zu besitzen, feierten wir uns heimlich und alleine auf meinVZ. Trotzdem beäugten wir neugierig das stetig wachsende Menschenlexikon. Was steht wohl im 4. Buch Kloses oder im 2. Brief des Zuckerbergs an den Datenschutzbeauftragten? Mit der Zeit wurde der Wissensdrang unerträglich. Der Trieb des Wissenschaftlers immer beißender. Was geschah nur hinter diesen geheimnisumwobenen Digitalmauern?
Dann bekamen wir die oben abgebildete Nachricht. Plötzlich herrschte Libyen im Kopf. Eine nicht aufzuhaltende Horde rebellierender Neuronen erlangten schließlich die Kontrolle über Handistan. Unsere einzige Möglichkeit, das drohende Debakel aufzuhalten, war, die letzte, noch intakte Datenbrücke zu sprengen. Die Aufständischen sollten keinen Zugang zum Internet erhalten! Doch es war schon zu spät. Der Brückenkopf stand und die Anmeldung war vollzogen. Wir konnten nur machtlos aus dem Exil zusehen.
Jetzt sind wir also auch bei Facebook, wenn auch nur aus rein wissenschaftlichem Interesse! NIEMALS werden wir jedoch das Menschenlexikon anerkennen!

Und hier ein Hinweis von der Person, die euren letzten schwachen Widerstand brach: Jetzt steht auch dazu und erkennt es an! Alles andere ist falsche Sturheit.
AntwortenLöschenAnsonsten freu ich mich, jetz auch euch ausspionieren zu können! :-D
alles gelogen. ihr seid nicht aus wissenschaftlichen Gründen bei Facebernd, sondern ganz und allein aus Freundbekommbegierde, ihr Lügner.
AntwortenLöschen